Dauerausstellung

Die Dauerausstellung zeigt das Alltagsleben, die Wirtschaft und die Kultur im Kreis Steinburg im 19. und 20. Jahrhundert.

Im Biedermeierzimmer wird das Leben der adeligen Damen des Klosters Itzehoe lebendig. Die Äbtissinnen des Klosters lebten vom 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts im Prinzeßhof und gaben ihm dadurch ihren Namen. Freundschaftsbriefe, kostbares Porzellan und Gemälde aus der Zeit des Biedermeiers sind ausgestellt.

Die Kaiserzeit war im Kreis Steinburg eine wichtige Epoche, da sich in Lockstedt (heute: Hohenlockstedt) ein militärisches Ausbildungslager befand. Im Jahr 1881 beehrte Kaiser Wilhelm I. persönlich die Soldaten bei der Besichtigung des Kaisermanövers. Standesgemäß konnte der Kaiser nur beim wohlhabenden Zuckerfabrikanten de Vos in Itzehoe unterkommen. Als Dank für die Gastfreundlichkeit schenkte der Kaiser dem Fabrikanten eine kostbare Vase der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin, die sich heute im Museum befindet.

Zu den bekanntesten niederdeutschen Schriftstellern gehört der in Mühlenbarbek (Kreis Steinburg) geborene Johann Hinrich Fehrs (1838-1916). Er war Leiter der ersten Mädschule in Itzehoe und schrieb neben seiner Anstellung zahlreiche Gedichte, Erzählungen und Romane. Sie gehören heute zum festen Kanon der niederdeutschen Literatur. Fehrs bekanntestes Werk ist der Roman "Maren" aus dem Jahr 1912.

Das Wirtschaftsleben im Kreis Steinburg florierte im Zeitalter der Industrialisierung: Die Zuckerfabrik von Charles von de Vos, die Kaffeerösterei C.C. von Holstein, die Netzfabrik und die Zementfabrik "Alsen" gehörten zu den größten Arbeitgebern um 1900. Anhand ausgewählter Exponate wird diese Zeit in der Dauerausstellung dargestellt.

Im Silberzimmer präentieren sich kostbare Schmuckstücke, Münzen, Besteck und Zunftgeschirr, die von Gold- und Silberschmieden aus dem Kreis Steinburg in den letzten drei Jahrhunderten angefertigt worden sind. 

Das Nachkriegszimmer dokumentiert mittels einer Inszenierung einer Küche das Leben nach 1945. Originale Exponate wie Bollerwagen, Lebensmittelkarten und zeittypische Küchengegenstände rufen bei vielen BesucherInnen Erinnerungen wach.